12. Ausfahrt, Grube Gustav, in Apterode, Meissner-Kreis, 07. September 2014

Am 07. September 2014 unternahmen wir unsere bis jetzt 12. Rollertour innerhalb einer Halbjahres-Saison. Das ist ein neuer Rekord für die "Rollerfreunde Herzberg" und die Saison ist noch nicht am Ende. Wenn das Wetter weiterhin mitspielt könnten daraus für die Saison 2014 insgesamt 15 Touren werden. Also Daumen drücken, drei Touren könnten wir noch schaffen.

Die Mitstreiter der 12. Tour waren, von links: Günter,  Erika und Horst, sowie Klaus-Dieter und Wolfgang. Hier vor einem Tracktor der Marke, " Fortschritt ZT303-C". Genau so hieß dieses Teil. Aus dem Namen sind Rückschlüsse zu ziehen. Es handelt sich um ein Agrar-Fahrzeug aus der ehemaligen "Deutschen Demokratischen Republik", also der DDR, die heute Gott sei Dank nicht mehr existiert und wir somit wieder in einem vereinten Deutschland leben können. Auch wir die "Rollerfreunde Herzberg" profitieren davon. Viele unserer absolvierten  Rollertouren führten uns schon in die ehemalige Zone, die wir heute nach dem Mauerfall am 09. November 1989 und der danach vollzogenen Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990,  ohne Probleme wieder aufsuchen konnten und können. 

Jetzt fragt man sich, was hat das alles mit der "Grube Gustav" zu tun. Richtig. Bilder von ihr kann man weiter unten betrachten. Auf unserer Tour zur Grube haben wir hier in dem Ort "Kammerbach" einen Zwischenstop eingelegt. Der Grund war, ein an diesem Wochenende stattfindender "Bauernmarkt". Das war es uns Wert hier anzuhalten und den Bauermarkt zu besuchen. Und so haben wir, die "RFH" , uns erst einmal in aller Ruhe die vielen aufgebauten Stände angeschaut um zu sehen, was es so zu bestaunen gibt. Klaus-Dieter, Wolfgang, Horst und Erika, schauen sich erst einmal interessiert um. Ich, Günter, darf wieder mal alles per Foto-Camera für die Nachwelt festhalten.

Bei dem Gebäude im Hintergrund muss es sich wohl um das Spritzenhaus der "Gemeinde Kammerbach" handeln, den über dem goßen Tor steht die Aufschrift, "Gott zur Ehr - Dem Nächsten zur Wehr", seid 1949. Deshald die Vermutung, "Alles und Jeder"  wurden bei diesem Bauernmarkt mit eingebunden, so scheint es zumindest.  Horst überprüft das derweil mit strenger Mine.

Rechts im Bild glaube ich sogar ein Feuerwehr-Fahrzeug zu erkennen. Solange es keinen Feuerarlarm gibt, kann das ja gut gehen. Aber wehe es brennt irgendwo, dann gibt es aber für dieses Fahrzeug so einige Probleme rechtzeitig am Brandherd anzukommen. Aber ich meine mich erinnern zu können, wärend unseres Aufenhalts auf dem Bauernmarkt gab es keinen Feueralarm.

Es herrschte reges Treiben an diesem Sonntag auf dem Bauermarkt. Erst erschien er uns etwas klein, ist ja nur eine kleine Straße, aber weit gefehlt, nachdem wir durch die kleine Straße gingen stellten wir fest, viele kleine Abzweigungen in weitere Straßen ließen den Bauermarkt immer größer werden. Es war fast jede Straße der Ortschaft mit eingebunden. So gab es also für uns viel zu entdecken. 

Horst und Erika inspizierten erst einmal gründlich diesen Stand. Auch ich, Günter, bin an dem einen Stand fündig geworden und konnte meiner "Lieben Frau" ein Geschenk mit nach Hause bringen. Sie hatte sich schon immer gerne ein neues Portmonee kaufen wollen, aber  nie das richtige finden können. Ich hatte hier heute mehr Glück und eines genau nach ihrem Geschmack gefunden und sofort zugegriffen, was mir zu meiner Erleichterung meine Frau dann später zu Hause auch freudig bestätigt. Der Aufenthalt auf dem Bauermarkt hatte sich also für mich und mein Frauchen schon mal gelohnt.

Und hier nun in diesem Bild auch der Grund für das oben stehende Eröffnungs-Foto. Nachdem wir uns durch einige kleine Gassen hindurchgekämpft hatten standen wir plötzlich vor dieser Schlepper.-oder Traktorshow, in der Schlepper, Traktoren sowie einige praktische Maschinen aus früheren Zeiten, sozusagen alles "Oldtimer", ausgestellt waren. Wenn ich mich richtig erinnere fand diese Ausstellung unmittebar vor dem Sportplatz der Gemeinde statt. Eine schöne Ergänzung zum Bauernmarkt und vor allem interessant für die Herren der Schöpfung.

Hier noch einmal ein ungestörter freier  Blick auf den Tracktor vom Eröffnungsbild, mit der Bezeichnung: "FORTSCHRITT ZT303-C". Diesesmal ohne die Rollerfreunde. So kommt er richtig zur Geltung, ein schön gepflegtes und erhaltenes Fahrzeug.

Viele weitere Tracktoren in den gängigen Farben blau, rot und grün waren hier zu besichtigen. In der Farbe gelb war keiner zu finden, vielleicht weil die Farbe von der "Deutschen Post besetzt ist. Es möchte ja kein Landwirt mit einem "Zustellfahrzeug" auf seinem Acker unterwegs sein.

Alle gezeigten Fahrzeuge hatten schon etliche Jahre auf dem Buckel. Nachzulesen war dies immer auf den, an den Fahrzeugen angebrachten Hinweistafeln. Auf ihnen konnte man alle technischen Deteils des jeweiligen Fahrzeuges wie Typ, Baujahr, Leistung usw, erfahren.

Hier eine typisch motorisierte Holzspaltmaschine wärend einer praktischen Vorführung des Baumstamm spaltens.

Mit Hilfe einer solchen Spalt-Maschine, wurde und wird noch heute, den Menschen viel Mühe und Kraft erspart, ganz zu schweigen von der Zeit-Ersparnis. Mit dieser praktischen Vorführung sollte dann auch unser Besuch auf dem Bauernmarkt in "Kammerbach" sein Ende finden. Anschließend begaben wir uns zu unseren Maschinen und fuhren weiter zu unserem eigentlichen Ziel, der "Grube Gustav" in Apterode, Meissner-Kreis.

Wie man an dieser geschnitzten Holzskulptur erkennen kann, sind wir an unserem Ziel, der "Grube Gustav" angekommen. Alles was man hier zu wissen muss, ist auf dem Schild unter der Skulptur in goldenen Buchstaben festgehalten.

Hier im Bild die wagemutigen Rollerfahrer, die, unerschrocken wie sie nun einmal sind, kurz vor ihrem Abenteuer der Besichtigung der "Grube Gustav", stehen. Von links: Horst, Günter, Klaus-Dieter, Wolfgang und Erika, die heute unsere Quotenfrau ist. Wir denken eben an alles.

Vor der Besichtigung noch einmal in sich gehen und sammeln. Hier und da noch kurz wichtige Informationen besorgt bzw. nachgelesen,  damit man nicht ganz unvorbereitet in die "Grube Gustav" einfährt.  Fahren?  Ja, der Bergmann spricht von fahren, auch wenn er geht. Es wird ja auch nach alter Überlieferung in den Berg eingefahren. Das hat sich so in jahrhunderte langer Bergbautradition durchgesetzt und dabei ist man bis heute geblieben.

Das hier ist hier in diesm Schaukasten der Aushang den Wolfgang so interessiert studiert hat. Ja der "Kluge Mann" baut vor.

Horst fordert uns jetzt auf, in die "Grube Gustav", wie war das doch noch mal bermännisch korreckt ausgedrückt? Ja richtig, in die Grube einzufahren. Auf dem eisernen Tor ist auch gleich der Bergmannsgruß aufgeführt. Der Bermann sagt nicht "Guten Tag", nein ,der Bergmann begrüßt sich immer mit einem freundlichen "Glück auf".

Das ist hier der Stollen durch den mann zu den Abbaustellen in der Grube gelangt. An einigen Stellen musste der Stollen (Gang oder Tunnel), nicht abgestützt werden, da es sich hier um äußerst hartes und stabiles Gestein handelt, der "Grauwacke". Nur musste man aufpassen und in  dem einen oder anderen Bereich des Stollens seinen Kopf einziehen, denn der Stollen war an einigen Stellen nicht sehr hoch ausgebaut. Manchmal war es sogar nötig m sich zu  bücken um nicht an den scharfen Kannten und Ecken mit dem Kopf anzustoßen. Ganz war das manchmal nicht zu verhindern und man war froh einen Bergmannshelm aufgesetzt zu haben, sonst hätte es so manche  schöne Beule gegeben. Gott sei Dank war der Helm Pflicht, ohne ihn hätte man garnicht einfahren dürfen.

Hier in der "Grube Gustav" gab es ein großes Schwerspatvorkommen (Baryt) das abgebaut wurde. Auf der anschaulichen Tafel ist gut zu sehen wie die Flöze oder auch fast senkrecht verlaufenden Spalten, gleichzusetzen mit Schwerspatadern, im Gestein gelagert waren. Bis zu solch einer Ader wurden die Stollen vorgetrieben und dann begann man mit dem Abbau des Schwerspates.

Wir befinden uns hier in der Grube in so einer Schhwerspatader die schräg nach oben durch den Berg verläuft. Deswegen war sie von uns auch nur über Treppen und Stege zu begehen, pardon, natürlich muss es heißen zu "befahren".

Und so beschwerlich mussten die Bergleute in jener Zeit, nur mit Hammer und Pickel bewaffnet, in etwa einem heutegen Meissel vergleichbar, den Schwerspat abbauen. Durch die körperlich schwere Arbeit und durch Schmutz und Staub hatten die Bergleute damals nur eine geringe Lebenserwartung. Die an Staublunge erkrankten Bergleute verstarben meist im Alter von ungefähr 35 ,  40 Jahren. Hier im Bild ist zu sehen, dass die Arbeit noch nicht einmal aufrecht, also nicht im stehen zu verrichten war. Die Schwerspatader verlief ja schräg durch den Berg und hatte an manchen Stellen nur eine etwa 60 - 80 cm hohe Mächtigkeit. Durch die Abstützung der enstandenen Hohlräume mit Hilfe von Holzstämmen, der Bergmann spricht von "Stempel und Kappe" wurde dieser Raum noch weiter begrenzt und so mussten die Bergleute ihre Arbeit auf der Seite liegend verrichten. Keine angenehme Vorstellung.

Später, also in jüngerer Zeit, wurde der Abbau des Schwerspats auch mit Hile von Dynamit durch Sprengungen vorgenommen. Diese Sprengungen wurden immer erst, um eine Gefährdung der Bergleute zu vermeiden, am Ende einer Schicht vorgenomen. Im Bild ist zu sehen wie ein Bergmann die Platzierung der Dynamitstangen mit Hilfe von langen Holzstangen vornimmt. Diese wurden, in vorher tief in den Berg hineingebohrte Löcher, eingesetzt.

Hier noch einmal, in diesem und im nächten Bild, die eingebauten Treppen und Stege mit deren Hilfe es uns heute überhaupt möglich ist, die "Grube Gustav",die schon lange nicht mehr in Betrieb ist und quasi nur noch ein Begbaumuseum ist, zu besichtigen.

Es war schon eine große Gruppe die mit uns zusammen Die "Grube Gustav" besichtigt hat. Wolfgang, vorn rechts im Bild, schaut noch einmal interessiert nach oben, in die Richtung von der  wir gerade gekommen sind.

Auch das war selbstverständlich unter Tage möglich. Wer zur Toilette musste, konnte hier an solch einem speziellem Ort seine Notdurft verrichten. Hierfür wurde extra ein kleiner Stollen in den Berg getrieben in dem dann so ein netter Eimer stand. Das war dann hier in der Tat ein "Stilles Örtchen". In wirklichkeit war es hier ja auch dunkel, folglich war man auch vor unliebsamen Blicken sicher. Die Szenerie wird nur durch den Blitz der Kamera aufgehellt. Mann achte auch auf das Schild auf der linken Seite. Hier steht sogar beschrieben wo man sich befindet. "Ordnung muss sein"! Wer für die Leerung des Kübels zuständig war, habe ich nicht in Erfahrung bringen können. Ist ja auch nicht so wichtig.

Noch einmal der Weg durch die mittlerweile abgabaute Lagerstätte. Wolfgangs Reflektor-Streifen auf der Motorrad-Kombi machen ganz schön power.

Hier sieht man wie in jüngerer Zeit der Schwerspat abgebaut wurde. Mit einem Pressluftbohrhammer bohrte man meterlange Bohrlöcher in den Fels und stopfte sie anschließend mit Hilfe der Holzstangen mit Dynamit voll. Dann alles mit Zündern versehen und über Kabel mit einer Zündspule verbinden. Jetzt hieß es in Deckung gehen und kräftig an der Kurbel der Zündspule gedreht.       ----RUUUMMMMS----!!!!      Und schon ist eine beträchtliche Menge Gestein das mit Schwerspat durchsetzt ist aus dem Felsen herausgesprengt. Das hatte doch ein ganz anderes Gesicht als die "mühevolle elende" Pickelei aus vergangenen früheren Zeiten.

Oberes Bild: Über sogenannte Bergerutschen im Fachjargon auch als Überhauen bezeichnet, es handelte sich hierbei um schräg nach unten verlaufende große runde Stollen, vielleicht zu vergleichen mit einem Kanalisationsschacht, wurde das abgebaute Gestein jeweils bis nach unten zur tiefsten Sohle (Stollen) transportiert, also oben reinschütten, nach unten rutscht es von allein. Daher Bergerutschen.

Unteres Bild: Hier wurde dann das Gestein in Loren abgelassen, (im Prinzip Miniwagons) und zum Schacht transportiert, um es dann mit einem Förderkorb ans Tageslicht zu befördern. An der rund ausbetonierten Stollenwand ist eine Hinweistafel zu sehen. Auf ihr waren die Signale vermerkt die für die Schwerspatförderung zu geben waren. Dies erfolgte im Grunde durch Klingelsignale. Gleichzusetzen mit Morsezeichen. Wie z.B einmal lang, zweimal kurz, oder so ähnlich, das hieß dann z.B den Förderkorb nach oben ziehen. Die Förderung erfolgte dann mit Maschinenkraft. Mit Muskelkraft war das nicht möglich, denn der Schwerspat hat ein sehr hohes spezifisches Gewicht. Das merkt man spätestens dann, wenn man mal so einen Gesteinsbrocken von ca. 20 x 20 x 20 cm hoch hebt. Der ist schon heftig schwer und man hat sein Tun in anzuheben.

Hier noch einmal zwei Loren die zur Förderung ans Tageslicht am Schacht bereitstehen.

Gut zu erkennen der rund ausbetonierte Stollen. Im Bereich des Schachtes, wo die Förderung stattfand und hier der Querschnitt eines solchen Stollens immer größer ist, wurde immer so verfahren. Sicherheit geht vor. An der Stollendecke gut die Kalkablagerungen des im Bergbau immer und überall vorkommenden Grundwassers zu sehen.

Das hier sind die Schattenseiten eines Bergwerkes mit der ein Bergmann jeden Tag während der Arbeit rechnen muss. Wie oft hört man noch heute in den Nachrichten von Bergwerk-Unklücken. Auch so geschehen am 13. November 1957, als zwei Bergleute beim Ausbrechen des Schwerspatganges zwischen der zweiten Stollensohle und der ersten Tiefbausohle von der Außenwelt abgeschnitten wurden. Heute wissen wir aber, dass Gott sei Dank die  beiden "Kumpels" damals gerettet werden konnten. Nach 121 Stunden Gefangenschaft erblickten sie wieder überglücklich das Tageslicht und konnten ihre "Lieben" wieder in die Arme schließen. 

Mit Hife eines solchen Rettungsschlitten, wurden die beiden Bergleute gerettet. In der Geschichte des deutschen Bergbaues wurde zum ersten mal so eine Rettungsaktion durchgeführt. Sie war beispiegebend für die spätere Rettung von sieben Bergleuten der Grube "Lengede" die nach einem Wassereinbruch  von der Außenwelt abgeschnitten waren.

Ich hoffe euch hatt dieser kleine Foto-Bericht von unserer Ausfahrt zur "Grube Gustav" gefallen. Insgesamt haben wir eine Wegstrecke von ca. 157 Km zurückgelegt  und haben dafür einschließlich aller Pausen und der Besichtigung der "Grube Gustav", sowie einem Abstecher zum "Bergwilpark Meissner", hiervon könnt ihr euch das Video auf der Seite "Videos 2013/2014" anschauen, eine Zeit von ungrfähr  07:45 Stunden benötigt.

ENDE

mal wurde unsere Homepage schon aufgerufen.

An alle die hier vorbeigeschaut haben,

"Vielen Dank" für euer Interesse.

Die "Rollerfreunde Herzberg"